Früher als der Mensch noch Höhlenbewohner war, lebten Bettwanzen in Eintracht mit Fledermäusen und Co.
Bettwanzen deshalb pauschal unsauberen Haushalten zuzuschreiben ist falsch, waren früher auch wohlhabende Menschen von einem Bettwanzenbefall betroffen.
Im 19. Jahrhundert gehörten sie in englischen Haushalten fasst zum guten Ton, waren sie nahezu überall präsent. Heutige Bekämpfungsmethoden gegen Bettwanzen existierten logischerweise nicht und die blutsaugenden Parasiten wurden deshalb mehr oder weniger von der Bevölkerung akzeptiert.
Vor 40 – 50 Jahren galten Sie aufgrund optimierter Hygienebedingungen bei uns als ausgestorben. Bettwanzen kannte man bestenfalls nur aus dem Biologiebuch oder von Erzählungen. Keiner konnte sich vorstellen, was Bettwanzen bewirken können oder dass sie gar eine neue Renaissance erleben würden.
Jetzt sind sie wieder zurück! Deshalb finden Sie hier einiges Wissenswertes über diesen Schädling und wie er bekämpft wird.
Seit gut 10 Jahren (2015) sind Bettwanzen wieder auf dem Vormarsch und aufgrund der zunehmenden Globalisierung ist leider kein Ende in Sicht.
2023 wurden massive Probleme aus London und vor allem aus Paris gemeldet.
Mittlerweile kann sich wohl kaum noch ein Ort auf der Welt von den blutsaugenden Parasiten freisprechen.
Bettwanzen sind extrem „reisefreudig“ und können aufgrund ihrer Größe von nur wenigen Millimetern unbemerkt von einem Ort zum andern in Kleidungsstücken, Möbeln und sonstigen Gepäck verschleppt werden.
Es empfiehlt sich daher besonders auf Reisen in Hotelunterkünften bis hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln wachsam zu bleiben, da sich Bettwanzen, an neuen Standorten angekommen, sofort heimisch fühlen. Heimisch fühlen bedeutet für Bettwanzen in diesem Fall, dass sie sich einen neuen Wirt und gute Versteckmöglichkeiten, sowie ihre eigene Vermehrung vorantreiben.
Allein ein Theater- oder Kinobesuch, die Fahrt in der S-Bahn oder ein Kurzstreckenflug reicht aus, um mit entsprechenden Reiseandenken in Form von bluthungrigen Bettwanzen nach Hause zurückzukehren.
Sie können auch durch Ritzen und Spalten in Wänden und Böden von einem Raum zum anderen wandern. Bettwanzenbefall tritt häufig in Hotels, Wohnheimen, Krankenhäusern und anderen Orten auf, an denen viele Menschen übernachten.
In beispielsweise Asylunterkünften ist es aufgrund der baulichen Konstruktionen, gleich wie in Fertighäusern, leider immer wieder dazu gekommen, dass eine horizontale und vertikale Verbreitung ungehemmt stattfinden kann. Dies trifft auch auf ältere Bestandsimmobilien, sobald diese in Holzständerbauweise errichtet wurden.
Die Anwesenheit der Bettwanzen fällt aber so lange nicht ins Gewicht, bis sie zubeißen.
Bettwanzenbisse jucken und können in einigen Fällen auch allergische Reaktionen hervorrufen.
Bei Bettwanzen handelt es sich biologisch betrachtet um flügellose, nachtaktive Insekten, was im ersten Augenschein nicht sonderlich schlimm klingt. Die kleinen „Blutsauger“ überfallen ihren Wirt aber regelrecht im Schlaf, weshalb der Name „Bettwanze“ mehr als zutreffend gewählt ist.
Bettwanzen finden sich daher besonders an Schlafplätzen von Menschen und Haustieren.
Tagsüber leben sie verborgen in Ritzen und Spalten, auf Matratzen und Kissen, an Kleidungsstücken oder hinter Fußleisten, um nur einige Beispiele zu nennen. Sie bleiben folglich in der Nähe ihres Wirtes.
Das Saugen von menschlichem Blut hat zwei Gründe. Zum einen brauchen die Plagegeister diese Form der Nahrung um sich häuten zu können, zum anderen, um Eier abzulegen (gilt nur bei weiblichen Tieren). Die Häutung ist gleichzusetzen mit dem Heranwachsen der Tiere, sprich die Entwicklung von der Nymphe zum adulten Tier.
Sollte aus irgendwelchen Gründen kein Wirt zur Verfügung stehen, sind Bettwanzen 6 Monate lang hungerfähig, selten sogar bis zu einem Jahr.
Ein wichtiger Faktor, gerade dann, wenn es um die Bekämpfung der Tiere geht. Ein einfaches „Aushungern“ ist keine Lösung!
Bei der Auswahl eines geeigneten Wirtes sind Bettwanzen nicht zwangsläufig wählerisch. Sollte ihnen menschliches Blut einmal nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, kann es sein, dass sie auch auf Hunde und Katzen oder auch gerne Meerschweinchen übergehen.
Bettwanzen gehören zur Familie der Cimicidae und zur Gattung Cimex. Die häufigste Art, die Menschen befällt, ist Cimex lectularius. Bettwanzen sind etwa 5-7 mm lang, haben einen flachen, ovalen Körper und sind rötlich-braun gefärbt. Sie durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien,
vom Ei über fünf Nymphenstadien bis zum erwachsenen Insekt. Ein Weibchen kann in ihrem Leben bis zu 500 Eier legen, die in Ritzen und Spalten abgelegt werden.
Die Eier sind etwa 1 mm groß, weiß und klebrig, was es ihnen ermöglicht, an Oberflächen zu haften. Die Nymphen schlüpfen nach etwa 6-10 Tagen und benötigen eine Blutmahlzeit, um sich zu häuten und zum nächsten Entwicklungsstadium überzugehen.
Dieser Prozess wiederholt sich fünfmal, bis die Nymphe das Erwachsenenstadium erreicht. Unter optimalen Bedingungen kann eine Bettwanze ihren Lebenszyklus in etwa einem Monat abschließen.
Bettwanzen haben eine grundsätzliche Lebenserwartung von 6 bis 18 Monaten. Einen Großteil dieser Zeit können sie, wie bereits erwähnt, ohne Nahrung auskommen.
Bevor es zur eigentlichen Vermehrung kommen kann, muss das Bettwanzenmännchen das Bettwanzenweibchen begatten. Hierzu bohrt das Bettwanzenmännchen ein Loch in die Bauchhöhle des Weibchens. Die Abgabe der Spermien erfolgt über den Aedeagus. Die Spermien werden vom Weibchen eingelagert. Nach der nächsten Blutaufnahme kommt es dann zur Eiablage.
Dieser Vorgang wird als „Traumatische Insemination“ bezeichnet und ist bei Insekten durchaus üblich. Bei Bettwanzen hingegen ist die Vermehrung sehr gut erforscht.
Bettwanzen werden durch die Körperwärme und das ausgeatmete Kohlendioxid ihrer Wirte angelockt.
Bettwanzen stechen die Haut mit ihren Mundwerkzeugen an und injizieren dabei Speichel, der gerinnungshemmende und betäubende Substanzen enthält. Dies ermöglicht es ihnen, unbemerkt Blut zu saugen.
Bettwanzen beißen in lediglich freigelegte Hautpartien bei uns Menschen. Ein Biss dauert zwischen fünf und zehn Minuten. Dabei nimmt eine ausgewachsene Bettwanze bis zu 7 ml Blut auf, was ihr eigenes Körpergewicht auf das Siebenfache ansteigen läßt.
Sie ist dann sehr dunkel gefärbt und zieht sich in Versteck zurück um zu verdauen und sich zu häuten. Erwachsene Bettwanzen nehmen ca. ein Mal pro Woche eine Blutmahlzeit zu sich, können allerdings problemlos bis zu 6 Monate ohne Nahrung überleben.
Bettwanzen können Hepatitis B übertragen, auch gleich wenn sich der Virus nicht in der Wanze selbst vermehren kann. Eine Hautreizung entsteht bei jedem Biss. Je nach Empfindlichkeit entstehen massive Rötungen und Hautreizungen bis hin zu Quaddeln. Einige Menschen reagieren auch allergisch. Der typische Juckreiz kann zwischen 7 und 10 Tagen anhalten.
Wir empfehlen bei Bettwanzenbissen auf jeden Fall einen Arzt zu Rate zu ziehen. Nur er kann die Bisse richtig einschätzen und geeignete Medikamente und Salben verordnen.
Verlieren Sie bei einem Befall keine Zeit und rufen Sie uns an! Welche Möglichkeiten zur Bekämpfung uns technisch zur Verfügung stehen erfahren Sie gern hier.